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	<title>Japanliteratur</title>
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	<description>Bücher aus und über Japan</description>
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		<title>Auf den Spuren Sôseki Natsumes (1): Wohnhaus in Kumamoto</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:57:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Was gibt es schöneres, als eine Japanreise damit zu verbinden, sich auf die Spuren japanischer Schriftsteller zu begeben? In dieser Serie stelle ich euch Orte vor, die für <a href="/natsume-soseki/">Sôseki Natsume</a> von Bedeutung waren und gebe Reisetipps, falls ihr selbst einmal diese Orte besuchen wollt.</em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sôseki Natsume hielt sich nicht nur in Tôkyô, sondern auch in kleineren, provinzielleren Städten wie Matsuyama (Shikoku) und Kumamoto (Kyûshû) auf, wo er als Englischlehrer arbeitete. Meine Reise führte mich nach <a href="http://maps.google.com/maps?q=Kumamoto,+Kumamoto+Prefecture,+Japan&#038;hl=en&#038;sll=37.0625,-95.677068&#038;sspn=54.928982,89.208984&#038;oq=kumamoto&#038;hnear=Kumamoto,+Kumamoto+Prefecture,+Japan&#038;t=m&#038;z=11">Kumamoto</a>, wo er von 1886 bis 1900 lebte.</p>
<p>Sôseki Natsume zog während seines Aufenthalts in Kumamoto insgesamt sechs Mal um. Vier der Häuser, in denen er gewohnt hat, existieren heute nicht mehr. Das fünfte Haus in Uchitsuboi-cho wird von der Stadt Kumamoto als Museum bewahrt.</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/sosekihaus01.jpg" alt="Eingang Haus"></p>
<p>In diesem Haus, in das sie zogen, nachdem seine Frau Kyoko in einem nahen Fluss neben dem alten Haus nach einer missglückten Schwangerschaft einen Selbstmordversuch gemacht hatte, ist 1889 seine erste Tochter Fude geboren, der er ein Haiku widmete. Im großzügigen Garten, der zum Haus gehört, ist auch dieses Haiku auf einem Stein zu sehen.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td width="30%">安安と<br />
海鼠の如き<br />
子を生めり</td>
<td width="30%">Ohne Mühe<br />
wie eine Seegurke<br />
wurde eine Kind geboren. *</td>
<td width="30%" valign="top"><em>Übersetzung: M. S.</em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/sosekihaus03.jpg" alt="Foto 3"></p>
<p>Nachbildung des Autors aus Pappmaché &#8211; mit Katze!</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/sosekihaus04.jpg" alt="Foto 4"></p>
<p>Man kann seine Bücher aus dem Regal nehmen und darin stöbern.</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/sosekihaus05.jpg" alt="Foto 5"></p>
<p>Originalhandschrift des Autors</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/sosekihaus06.jpg" alt="Foto 6"></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Lazyboy</title>
		<link>http://japanliteratur.net/lazyboy/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 12:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Ueberjapan]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Murakami als Vorbild]]></category>
		<category><![CDATA[Parallelwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem Murakami in Deutschland spätestens mit 1Q84 noch einmal seinen Bekanntheitsgrad gesteigert hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich nicht nur Leser von ihm unterhalten, sondern auch Schriftsteller inspirieren lassen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Weins setzt seinem Buch ein Zitat aus <a href="/hard-boiled-wonderland-und-das-ende-der-welt/">Hard-Boiled Wonderland</a> voraus und wandelt damit eindeutig auf Murakamis Spuren. Aber eine bloße Kopie ist sein Roman keinesfalls.</p>
<p>Der Protagonist Lazyboy, eigentlich Heiner Boie, gehört zur Generation &#8220;irgendwas-mit-Medien&#8221;. Lazyboy ist im wahrsten Sinne des Wortes lazy. Als freier Journalist rezensiert er Schallplatten, nimmt Drogen jeglicher Art und drückt sich immer wieder davor, mit seiner langjährigen Freundin Monika zusammenzuziehen.</p>
<p>Natürlich glaubt sie ihm deshalb auch nicht, als er ihr eines Tages offenbart, dass er ein &#8220;Türenproblem&#8221; hat: Einige Türen spucken ihn willkürlich an fremden Orten wieder aus. Warum und in welchen Fällen das passiert, kann Lazyboy sich nicht erklären. Er landet schließlich also bei einer Psychologin, die ihm aber auch nicht helfen kann, denn sein Türenproblem scheint nicht eingebildet zu sein.</p>
<p>Die Lösung entpuppt sich als ein 13-jähriges Mädchen, das in ihrem Keller ebenfalls eine magische Tür hat. Sie führt Lazyboy in eine andere Welt, quasi Weins Version von Murakamis Ende der Welt, in der Lazyboy als der Auserwählte eine durch eine Mauer getrennte Stadt wieder vereinen soll.</p>
<p>Viele Elemente erinnern an Murakami: Jugendliche Mädchen, die außerhalb des gesellschaftliche Lebens stehen, übersinnliche Dinge, die einfach passieren, Parallelwelten &#8211; sogar einen Brunnen gibt es, der in Murakamis <a href="/mister-aufziehvogel/">Mister Aufziehvogel</a> zum Symbol der Erkenntnis wurde.</p>
<p>Im Gegensatz zu Murakami ist die Stimmung in Weins Buch aber weniger verträumt. Lazyboy nimmt die magischen Türen nicht einfach hin, sondern macht eine Therapie. Könnte man sich so etwas für Aomame vorstellen, die zwei Monde am Himmel sieht? Auch das Ende des Buches ist schließlich darauf ausgelegt, alles absurde im Roman irgendwie doch noch rational zu erklären.</p>
<p>Und noch etwas ist anders: die Sprache. Weins spielt mit der Sprache und mit Bildern. Man merkt, dass dies Sprachspiele aus erster Hand und keine Übersetzungen sind. Außerdem verleiht dem Buch eine ganz bestimmte, unauffällige Art von Humor, wie sie bei Murakami nicht existiert. Weins kann sich damit deutlich von seinem Vorbild abheben und schafft eine eigene Welt, in die ein Besuch lohnt, unabhängig davon, ob man Murakamis Werke nun kennt oder nicht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Pinball 1973</title>
		<link>http://japanliteratur.net/pinball-1973/</link>
		<comments>http://japanliteratur.net/pinball-1973/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 May 2012 07:39:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Englische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Naoko]]></category>
		<category><![CDATA[Pinball]]></category>
		<category><![CDATA[Ziellosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zwillinge]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ersten beiden Romane, <em>Hear the Wind Sing</em> und <em>Pinball 1973</em>, wurden nie außerhalb Japans veröffentlicht. Dass Murakami seine Erstlingswerke nicht im Ausland veröffentlicht haben möchte, ist für Murakami-Leser nur schwer nachzuvollziehen. Wer aber <em>Pinball 1973</em> gelesen hat, versteht diese Entscheidung vielleicht besser.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;This is a novel about pinball&#8221;</em> kündigt der Epilog an, der recht fragmentarisch und ungerichtet ganz verschiedene Themen einmal anreißt. Bis es dann aber wirklich um Pinball geht, dauert es noch einmal rund 100 Seiten.</p>
<p>Überhaupt fehlt es diesem Roman an einem roten Faden. Wie schon sein <a href="/hear-the-wind-sing/">Vorgänger</a> wird er aus der Perspektive eines namenlosen Protagonisten erzählt wird. Neu hinzu kommt nun aber ein eigener Handlungsstrang, in dem die Ratte auftritt.</p>
<p>Im Gegensatz zum Debütroman <em>Hear the Wind Sing</em>, das irgendwie den Charme eines Erstlingsstückes versprüht, so schön unbeschwingt und klar ist, ist Pinball 1973, der inhaltlich an seinen Vorgänger anschließt, deutlich unausgewogener. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Ich-Erzähler selbst so planlos vor sich hinlebt. Und vielleicht ist diese Planlosigkeit ja auch gerade Konzept dieses Romans.</p>
<p>Für Murakami-Fans dürfte der Roman vor allem deshalb interessant sein, da sich hier vereinzelt auch schon Elemente späterer Romane zeigen. Die Szenen mit dem Flipperautomaten sind zum Beispiel herrlich skurril. Außerdem wohnen beim Erzähler Zwillingsmädchen, die beim <a href="/weihnachten-mit-dem-schafsmann/">Schafsmann</a> und in einer <a href="/zoukoujounohappiendo/">Kurzgeschichtensammlung</a> ebenfalls vorkommen.</p>
<p>Schließlich ist auch die Rede von einer Naoko, die gestorben ist. Ist es tatsächlich ein Zufall, dass diese <a href="/naokos-laecheln/">Naoko</a> später noch einmal in einem Roman auftaucht? Wer Pinball 1973 gelesen hat, kann sich also theoretisch schon das Ende von <em>Naokos Lächeln</em> vorstellen.</p>
<p>Es ist schwer, mit diesem Buch warm zu werden. Wer trotzdem neugierig auf Murakamis Frühwerk ist, kann das Buch auf Englisch bestellen &#8211; in Japan wurde nämlich auch eine englische Ausgabe publiziert.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Japan Kochbuch</title>
		<link>http://japanliteratur.net/das-japan-kochbuch/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 16:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Ueberjapan]]></category>
		<category><![CDATA[japanische Küche]]></category>
		<category><![CDATA[japanisches Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Onigiri]]></category>
		<category><![CDATA[Sushi]]></category>
		<category><![CDATA[Tuschemalerei]]></category>

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		<description><![CDATA[Normalerweise stelle ich auf <em>Japanliteratur.net</em> keine Kochbücher vor. An diesem persönlichen und mit viel Liebe gestalteten Kochbuch kommt man allerdings einfach nicht vorbei. Die Rezepte sind nicht nur ein Genuss für den Gaumen, das ganze Buch ist daneben auch ein Genuss für die Augen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Japan Kochbuch von <a href="http://jacobystuart.de/">Jacoby &#038; Stuart</a> ist kein herkömmliches Kochbuch, sondern sticht durch seine Gestaltung aus der Flut an Japan-Kochbüchern hervor: Die einzelnen Seiten sind mit kraftvollen Tuscheillustrationen und zarten Farbmustern verschönert. Fotos von Gerichten gibt es keine, dafür viele Illustrationen. Jede einzelne Seite ist unterschiedlich gestaltet, oft mit schönen bunten Farbmustern. So ergibt sich am Vorderschnitt ein schöner Farbfächer.</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/japan_kochbuch_02.jpg" alt="Seitenschnitt des Japan Kochbuch"></p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/japan_kochbuch_01.jpg" alt="Seite aus dem Japan Kochbuch"></p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/japan_kochbuch_05.jpg" alt="Seite aus dem Japan Kochbuch"></p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/05/japan_kochbuch_04.jpg" alt="Seite aus dem Japan Kochbuch"></p>
<p>Der Autor selbst, Kenichi Kusano, bringt sich in das Kochbuch außerdem nicht nur mit kleinen Geschichten über die japanische Esskultur ein, sondern hat auch seine ganz persönliche Auswahl an Rezepten getroffen. So haben mich vor allem diese Rezepttitel gleich angesprochen:</p>
<ul>
<li>Gebackene Auberginen mit Sesam-Sojasauce</li>
<li>Gegrillter Aal mit grünem Tee</li>
<li>Kürbis-Kroketten mit Curry</li>
<li>Hühnchen mit Lotuswurzelgemüse</li>
</ul>
<p>Daneben enthält das Buch aber auch bekannte Rezepte wie Oyakodonburi, Sushi, Yakitori und Sukiyaki &#8211; mit insgesamt 75 Rezepten bietet das Buch also wirklich reichlich Möglichkeiten sowohl für diejenigen, die nach neuen Anregungen aus der japanischen Küche suchen als auch für diejenigen, die bisher noch gar nichts Japanisches gekocht haben.</p>
<p>Die Kochanleitungen sind einfach und kurz, die Zutatenlisten genau, ganz wie man es von einem Kochbuch erwartet. Eher ungewöhnlich sind die kleinen persönlichen Geschichten des Erzählers über die japanischen Küche und ihre Tischsitten. Auch wenn diese das Buch auflockern, bleibt es aber trotzdem vor allem ein Kochbuch.</p>
<p>Einziger Wehrmutstropfen des Buches ist für Kochanfänger, dass vor allem die Bilder fehlen und man sich so nicht immer unbedingt das fertige Gericht vorstellen kann. Die schönen Illustrationen machen diesen Nachteil aber wett &#8211; und schließlich lassen sich Fotos ja auch ganz schnell über Google finden.</p>
<p>Einen guten Einblick in ein paar Rezepte gibt auch die <a href="http://jacobystuart.de/index.php?option=com_flippingbook&#038;book_id=74">Vorschau zum Durchblättern</a> auf der Verlagsseite von Jacoby &#038; Stuart.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tokio besetzte Stadt</title>
		<link>http://japanliteratur.net/tokio-besetzte-stadt/</link>
		<comments>http://japanliteratur.net/tokio-besetzte-stadt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 May 2012 07:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Ueberjapan]]></category>
		<category><![CDATA[Experimentelle Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Giftmord]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Kriminalfall, bei dem ein Mann im Februar 1948 in einer Tokyoter Bank 16 Angestellte vergiftete, hat ein reales Vorbild. Der Mörder konnte bis heute nicht gefunden werden und ein Mann, der für die Morde verurteilt wurde, ist wahrscheinlich unschuldig. Peace bearbeitet den Fall in einem experimentellen, ungewöhnlichen Fragmentroman nun literarisch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>War der erste Teil der Tokio-Trilogie <a href="/tokio-im-jahr-null/">Tokio im Jahr Null</a> schon stilistisch für sein Genre ungewöhnlich anspruchsvoll, wird in diesem Roman nun noch stärker mit literarischen Formen experimentiert. Der Mordfall ist bis heute ungelöst, was Peace in einem Buch verarbeitet, das eigentlich keins ist: Zusammengesetzt aus Briefen, Amtsdokumenten, Tagebucheinträgen, Zeitungsberichten und Monologen ist das Buch vielmehr ein Fragment.</p>
<div class="quote">
das Manuskript des<br />
im Werden begriffenen Buchs;<br />
des Buchs, das<br />
nichts<br />
werden wird (9f.)
</div>
<p>Auch die Textpassagen, die erzählenden Charakter haben, lesen sich keineswegs fließend, sondern werden zersetzt durch abgesetzte Zeilen (wie im oberen Beispiel) oder sich immer wieder wiederholenden Schlagwörtern und Gedanken. Die Charaktere im Buch, die erzählen, sind gebrochene Charaktere: Die Toten, die im Chor ihr Leid klagen, die junge Frau, die nicht fassen kann, dass sie überlebt hat und die Polizeiinspektoren, die mehr mit sich als ihrer Arbeit beschäftigt sind. Das Lesen wird so manchmal fast zu einem Text mit dem Kampf, benötigt Konzentration und Durchhaltewillen.</p>
<p>Dieses Beispiel gibt die wirren Gedanken eines Polizeiinspektors wieder:</p>
<div class="quote_nichtkursiv">
In der besetzten Stadt <em>in der besetzten Stadt</em> IN DER BESETZTEN STADT vergeht die Zeit <em>vergeht die Zeit</em> VERGEHT DIE ZEIT Sekunden vergehen <em>Minuten vergehen</em> STUNDEN VERGEHEN (271)
</div>
<p>Ein Beispiel für die nüchternen Sachtexte bietet das Notizbuch eines andere Polizeiermittlers:</p>
<div class="quote">
26/1/1948, 16.00 Uhr: Schnee / Freier Tag/ Im öffentlichen Bad / Anruf vom Präsidium / &#8220;Zehn Tote im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Mejiro.&#8221;
</div>
<p>Die Textformen im Buch sind wirklich vielfältig, jede Perspektive auf den Fall, sei es durch ein Opfer, einen Ermittler, einen Russen, einen Amerikaner, die Toten oder durch den Mörder selbst, hat einen anderen, ganz eigenen Schreibstil.</p>
<p>Hat man am Anfang noch das Gefühl, es läuft durch die Betrachtung des Falles aus verschiedenen Perspektiven auf eine Aufarbeitung des Falles hinaus, wird man bald enttäuscht. Die geschichtlichen Hintergründe sind dafür aber umso spannender: Eine Spur führt nämlich zu denen, die sich mit Giften auskennen, einer Spezialeinheit, die während es Zweiten Weltkrieges Biowaffen entwickelt und in China getestet hat. Aber leider bleibt sie nur eine Spur, Ergebnisse gibt es am Ende keine &#8211; nur die Hypothese, dass für die Morde ein wahrscheinlich unschuldiger verurteilt wurde.</p>
<p>Peace fordert mit seinem Buch den Leser heraus, mitzudenken und mitzuarbeiten. Gleichzeitig schafft der anstrengende Schreibstil aber auch eine ganz eigene, bedrohliche Athmosphäre einer besetzten, zerstörten Stadt mit gebrochenen, zerstörten Charakteren. Wer nicht nur auf reine Unterhaltung aus ist, wird an diesem unkonventionellen Fragment viel Freude haben.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tokyo Love</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 06:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Piercing]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Tattoo]]></category>
		<category><![CDATA[Underground]]></category>
		<category><![CDATA[Verrohung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gewalt, Zügellosigkeit, Drogen, Sex und Selbstverstümmelung. Mit ihrem Buch, das schonungslos alle Tabus brechen will, hat die damals 20-jährige Kanehara gleich den Akutagwa-Literaturpreis bekommen, den auch schon Kenzaburo Ôe erhielt. Mit dessen Literatur hat ihr trashiger, kurzweiliger Roman aber nichts gemein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lui lebt seit kurzem mit dem Punk Ama zusammen, der eine gespaltene Zunge hat. So eine Schlangenzunge möchte sie auch und geht kurzerhand zu einem Tätowierer. Mit dem fängt sie dann auch gleich eine Affäre an, damit er sie umsonst tätowiert. Sie schläft dafür mit ihm auf der Tätowierliege, lässt sich würgen und misshandeln.</p>
<p>Kaneharas Roman, den man in ein bis zwei Stunden durchlesen kann, handelt von all solchen wilden Erlebnissen, schließlich sogar von einem Mord. Nichts ist von Dauer, Lui lebt nur für den Moment. Langsam wird ihr allerdings klar, dass ihre Geschichte kein gutes Ende nehmen wird: Trennt sie sich von Ama, wird dieser sie umbringen, entscheidet sie sich nicht für den Tätowierer, kann dies auch schlimme Folgen für sie haben.</p>
<p>Der Geschichte scheint es an Tiefe zu fehlen. Aber genau das soll hier auch gar nicht geliefert werden. Sie will schnell konsumierbar sein, das Leben in seiner Härte schildern, kurzlebige Unterhaltung bieten. Und sie bietet damit sicher auch ein gewisses Identifikationsportal für eine bestimmte Szene, ist eine Art Manifest:</p>
<div class="quote">
&#8220;Hauptsache, ich gehörte zum Underground, einer Welt, wo garantiert kein Sonnenstrahl hingelangte, wo weder Liebeslieder noch Kinderlachen erklangen.&#8221; (46)</div>
<p>Man kann dieses Buch natürlich, wie auf dem Klappentext geworben wird, als das Buch einer jungen, rebellischen Frau ansehen, die selbst mit 17 Jahren die Schule geschmissen hat. Glaubhafter scheint hier allerdings einfach, den Roman als gewagtes, provozierendes Erstlingswerk einzuordnen, das nicht nur inhaltlich schockieren will, sondern sich auch ganz gezielt dagegen sperrt, sich mit hoher Literatur, mit großen Schriftstellervorgängern auf eine Stufe stellen zu lassen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Grab der wilden Chrysantheme</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 06:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesromane]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliebe]]></category>
		<category><![CDATA[Land]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschichten aus Japan um 1900 sind faszinierend. Vielleicht gerade deshalb, weil die Geschichten noch ein traditionelleres, einfaches Leben ohne Technologie zeigen. So wie auch diese bittersüße Liebesgeschichte, die in einer ländlichen Szenerie spielt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der fünfzehnjährige Masao wohnt gemeinsam mit seiner Mutter und Cousine zusammen. Da die Mutter kränklich ist, kümmert sich die zwei Jahre ältere Cousine Tamiko um den Haushalt. Tamiko ist für die Mutter wie ein zweites Kind. Dementsprechend locker ist auch der Umgang zwischen Masao und Tamiko.</p>
<p>Doch die Nachbarn sehen die beiden nicht so gerne zusammen und es entstehen Gerüchte darüber, dass sich zwischen beiden eine Beziehung anbahnt. Dies ist auch der Fall. Bei einem Ausflug in die Natur werden beide sich ihrer Gefühle bewusst. Als die Mutter dies erfährt, trennt sie die beiden &#8211; und bald darauf geschieht ein Unglück, das ein glückliches Zusammenfinden von Masao und Tamiko verhindert.</p>
<p>Was die Geschichte so lesenswert macht, ist nicht nur die schmerzlich-melancholische Stimmung, sondern auch die ländliche Umgebung. Masaos und Tamikos Liebe spielt sich nicht in der Stadt, in Häusern und hinter Türen ab, sondern in der freien Natur, in der Einsamkeit, zwischen duftenden Blumen und dem leuchtenden Mond.</p>
<p>Einziger Mangel an der vorliegenden Übersetzung ist, dass sie scheinbar nicht von einem Muttersprachler lektoriert wurde. Dadurch, dass der japanische Übersetzer den Text ins Deutsche übertragen hat, entstehen so manchmal Ausdrücke und Redewendungen, die zwar verständlich sind, aber genau so im Deutschen nicht unbedingt benutzt würden. Trotz allem macht Yamada aber durch seine Übersetzung, auch wenn sie sich an einigen Stellen ein wenig holprig liest, einen wunderbaren japanischen Text zugänglich.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Buchparadiese in Japan: Bar Liseur in Ôsaka</title>
		<link>http://japanliteratur.net/buchparadiese-in-japan-bar-liseur-in-osaka/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 06:27:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf meiner Japanreise im Frühjahr 2012 war ich auch auf der Suche nach Orten, an denen sich Bibliophile besonders wohl fühlen. Die <em>Bar Liseur</em> in Ôsaka, in der es neben einem Café am Nachmittag und einer Bar am Abend auch viele japanische Bücher gibt, gehört zu diesen Orten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz der vielen japanische Bücher verströmt die Bar aber eine doch recht westliche Atmosphäre: Es läuft englische Musik, es gibt nachmittags Kuchen und abends kleinere Snacks wie eine (japanische) Wurstplatte.</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/04/liseur01.jpg" alt="Bild von der Bar"></p>
<p>Ob das Barpersonal auch Englisch spricht, habe ich leider nicht ausprobiert, aber das sollte kein Hinderungsgrund sein, der Bar nicht einen kleinen Besuch abzustatten:</p>
<p>Vielen Dank an Tatsuo, der mich nicht nur auf die Bar aufmerksam gemacht hat, sondern mit dem ich hier auch einen schönen Abend verbinden durfte!</p>
<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/04/liseur02.jpg" alt="Bild von der Bar"></p>
<p><a href="http://www7b.biglobe.ne.jp/~liseur/index.html">http://www7b.biglobe.ne.jp/~liseur/index.html</a></p>
<p>Die nächstgelegene Haltestelle ist Shinsaibashi (心斎橋), die man mit der roten U-Bahnlinie erreicht. In die Bar gelangt man über eine Kellertreppe, vor der aber eine große Tafel mit Fotos und weiteren Hinweisen steht. <a href="http://maps.google.co.jp/maps?q=%3F%EA%A5%BA%3F%3F%3F%EB%A1%A1%3F%3F%3F%D8%B6%3F&#038;hl=ja&#038;ie=UTF8&#038;ll=34.67587,135.498904&#038;spn=0.001762,0.002722&#038;num=50&#038;fb=1&#038;gl=jp&#038;hq=%3F%EA%A5%BA%3F%3F%3F%3F&#038;hnear=0x6000e71a7502e511:0xd29812edd5198449,%3F%3F%3F%D8%B6%3F%3F%D8%A1%3F%3F%3F%3F%3F%3F%3F&#038;cid=0,0,1200480386041738439&#038;t=m&#038;z=19">Genaue Koordinaten bei Google Maps</a>.</p>
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		<title>Die Wildgans</title>
		<link>http://japanliteratur.net/die-wildgans/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 06:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Dreiecksverhältnis]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Geschichten, die verzaubern durch ihre Einfachheit. Sie diskutieren keine großen Themen, beinhalten keine besonderen historischen Ereignisse, sondern ereignen sich scheinbar im Stillen, von der Gesellschaft ungesehen und unbemerkt. <em>Die Wildgans</em> ist so eine dieser Geschichten, von denen es leider viel zu wenige gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mittelpunkt der Geschichte ist Otama, die die schönste in ihrem Viertel ist und wegen ihrer Schönheit auf den ersten Blick sogar für eine Geisha gehalten wird. Sie lebt zurückgezogen in einem Haus, das auf dem Weg der Studenten der medizinischen Fakultät liegt. Und so fällt dem Medizinstudenten Otama bald eine besonderes hübsche Frau auf, die ihren Kopf vorsichtig hinter der Schiebetür hervorsteckt. Wie verabredet begegnen Okata nun immer ihre Blicke, wenn er am Haus vorbei kommt. Was für eine Frau sie wohl sein mag?</p>
<p>Anfangs wird Otama nur aus der Außenperspektive beschrieben. Dabei ist es noch nicht einmal Okata selbst, der die Geschichte erzählt, sondern sein Mitbewohner, der die Geschichte nach Okatas Beschreibungen nacherzählt. Er fügt die einzelnen Handlungsstränge zusammen und beschreibt, wie Otama zu dieser einsamen, wartenden Frau wurde.</p>
<p>Die beinhaltet einen ganz gewissen Charme, den nur Erzählungen aus dieser Zeit (um 1900) ausstrahlen: Noch gibt es das &#8220;alte&#8221; Japan, noch leben die Menschen in einfacheren Verhältnissen und es fehlen die technischen Errungenschaften. Aber erste Veränderungen in der Gesellschaft geschehen. In diesem Schwebezustand zwischen Tradition und Moderne sind auch <a href="/mond-ueberm-dachfirst/">Mond überm Dachfirst</a> von Ichiyô Higuchi oder <a href="/das-grab-der-wilden-chrysantheme/">Das Grab der wilden Chrysantheme</a> von Sachio Ito verfasst &#8211; wem solche Erzählungen gefallen, der sollte unbedingt <em>Die Wildgans</em> lesen!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ich nannte ihn Krawatte</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 08:29:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Ueberjapan]]></category>
		<category><![CDATA[Außenseiter]]></category>
		<category><![CDATA[Hikikomori]]></category>
		<category><![CDATA[Salaryman]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[verpasste Chancen]]></category>

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		<description><![CDATA[Leer, traurig und so verdammt einsam. Mit <em>Ich nannte ihn Krawatte</em> wagt sich die österreichische Schriftstellerin Milena Michiko Flasar, die selbst japanische Wurzeln hat, in ein schwieriges Territorium japanischer Gesellschaft vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hikikomori</em>, das ist in Japan ein eigener Begriff für junge Menschen, die sich vollkommen von ihrer Außenwelt isolieren. Der Leistungsdruck und der Zwang, mit der Gesellschaft konform zu gehen, sind oft die Ursache dafür, dass diese Jugendlichen sich vollkommen aus dem gesellschaftlichen Leben ausklinken.</p>
<p>Hiro ist so ein Jugendlicher, der sich die letzten zwei Jahre in seinem Zimmer aufgehalten hat. Seit er die Schule verlassen hat, verschließt er sich jeglichen sozialen Kontakten. Seine Eltern schweigen aus Scham und erzählen ihren Nachbarn, ihr Sohn sei im Ausland.</p>
<p>Doch eines Tages wagt Hiro sich aus seinem Zimmer. Diesen erstaunlichen Schritt muss Flasar ihn gehen lassen, denn sonst könnte sie ihre Geschichte ja gar nicht erzählen. Denn im Stadtpark trifft Hiro auf der Bank einen <em>Salaryman</em>, einen typischen japanischen Angestellten, dem es ähnlich geht. Zwar hat der <em>Salaryman</em> eine Frau und ist glücklich verheiratet, seit er seinen Job verloren hat, steht er aber ebenfalls außerhalb der Gesellschaft. Aus Scham, seiner Frau die Wahrheit zu gestehen, kommt er jeden Tag in den Stadtpark und hält sich dort auf.</p>
<p>Die beiden Außenseiter freunden sich so langsam an und erzählen sich ihre Lebensgeschichte. Bis dahin ist der Roman eigentlich recht grau und gesichtslos. Ein <em>Hikikomori</em> und ein <em>Salaryman</em>, mehr weiß man zunächst nicht über sie. Es könnte irgendein Junge sein und irgendein Mann. Erst ihre persönlichen Geschichten machen den Roman etwas spannender und öffnen ein kleines Fenster in die Welt der beiden.</p>
<p>Überhaupt ist dieser Roman sehr still und zurückhaltend. Die wörtliche Rede ist in den Fließtext eingewoben, als würden die Figuren gar nicht reden, sondern denken. Die kurzen Kapitel, die oft nur eine Seite einnehmen, sind wie kleine Ausschnitte, von denen jeder für sich genommen ein zartes, fragiles Textgebilde ist. Trotzdem harmonieren die einzelnen Ausschnitte miteinander, bilden einen konsistenten Text.</p>
<p>Die fast schon meditative Ruhe im Roman, die dadurch entsteht, dass die beiden Figuren fern abgerückt der Welt zu stehen scheinen, macht seine Qualität aus. Zugegeben, ein klein wenig erinnert Flasars Art zu erzählen an Hiromi Kawakami oder Yôko Ogawa.</p>
<p>Doch hinter der zarten, ästhetischen Fassade verbirgt sich eine tieftraurige Geschichte über verpasste Chancen, über den Augenblick, wenn Menschen dem gesellschaftlichen Druck nicht mehr standhalten können. Wer den Roman genau liest, erkennt hier auch Kritik an einer gnadenlosen Leistungsgesellschaft:</p>
<div class="quote">Wir sind unfrei, wir alle. Bloß dass uns das nicht aus der Verantwortung nimmt. Dass wir trotz unserer Unfreiheit beständig Entscheidungen treffen, für deren Folgen wir haften müssen. Und dass wir mit jeder Entscheidung, die wir treffen, noch unfreier werden. (85)</div>
<p>Kein Wunder, dass Hiro in dieser Gesellschaft nicht erwachsen werden will und sich in sein Zimmer einschließt.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/380313241X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=kimoonlimaga-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=380313241X"><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/04/flasar_krawatte_neu.jpg" alt="Banner Buch"></a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kimoonlimaga-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=380313241X" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ihre Nacht</title>
		<link>http://japanliteratur.net/ihre-nacht/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 08:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Hexen]]></category>
		<category><![CDATA[Okkultismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Versöhnung mit den Eltern]]></category>

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		<description><![CDATA[Yoshimotos Werke sind bekannt dafür, dass sie die Grenzen der Realität überschreiten. So kann es schon einmal passieren, dass sich Geschwister des Nachts im Traum <a href="/amrita/">treffen</a>, Geister <a href="/hard-boiled-hard-luck/">auftauchen</a> oder dass eine tote Freundin anruft. Dieser Roman geht über die bisherigen Grenzen hinaus: Das Okkulte gewinnt Macht über die Wirklichkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ihre Nacht</em> scheint dabei zunächst nur eine Neuauflage der sowieso schon bekannten Themen von Yoshimoto zu sein. Eine junge Frau, Yumiko, die orientierungslos vor sich hin lebt, hat eine schwere Last mit sich zu tragen: Bei einer Séance erstach ihre Mutter ihren Vater und brachte sich dann selbst um. </p>
<p>Aus ihrem schwarzen Loch heraus soll ihr ihr Cousin Shô helfen, der eines Tages unvermittelt auftaucht. Die beiden hatten jahrelang keinen Kontakt, aber in ihrer Kindheit waren sie eng miteinander verbunden, denn ihre Mütter waren Zwillingsschwestern. Um das Vergangene zu verarbeiten, besuchen Yumiko und Shô Orte aus ihrer Kindheit und führen endlose Dialoge. Fast scheint der Roman nur aus Dialogen zu bestehen, ein einziges Zwiegespräch der beiden zu sein.</p>
<p>Sehr enttäuscht von diesem neuen Werk, das scheinbar wieder nur Altbekanntes aufzuwärmen schien, war ich schon fast daran, das Buch bei Seite zu legen.</p>
<p>Aber man täte dem Roman damit absolut Unrecht, denn Yoshimoto hält noch eine große Überraschung bereit. Diese Überraschung erklärt die vielen Ungereimtheiten, die während der Geschichte auftauchen und sie zunächst etwas unausgegoren erscheinen lassen. Diese Überraschung rückt den gesamten Roman in ein anderes Licht und macht schließlich deutlich, dass es sich hier um keinen Heilungsprozess mehr handelt, sondern bestimmte Möglichkeiten unwiederbringlich verlorengegangen sind.</p>
<p>Yoshimoto-Fans werden also mit diesem Roman nicht enttäuscht werden. Einzig Schwierigkeiten bereiten könnte die Weltsicht in diesem Roman, die doch stark vom Okkulten, vom Glauben an Magie und Hexenkraft geprägt ist. Wer Romane mit wirklichkeitsnahen Lösungen bevorzugt, dem würde ich ein wirklichkeitsverhafteteres Buch wie <a href="/kitchen/">Kitchen</a> empfehlen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Japan bereisen ohne Japanischkenntnisse: Japanische Sprachführer</title>
		<link>http://japanliteratur.net/japan-bereisen-ohne-japanischkenntnisse-japanische-sprachfuhrer/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 08:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Japanisch Lerntipps]]></category>
		<category><![CDATA[Japanreise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://japanliteratur.net/?p=8345</guid>
		<description><![CDATA[Ihr wollt nach Japan fahren, aber euch fehlen noch die Sprachkenntnisse? Oder ihr seid euch nicht ganz sicher, ob ihr euch mit eurem bisher gelernten Japanisch zurechtfinden werdet? Dafür gibt es Sprachreiseführer, die die wichtigsten Vokabeln und Redewendungen für bestimmte Situationen bereithalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die führenden Verlage für Sprachen und Reisen halten hier verschiedene Angebote bereit. Auf <em>japanliteratur.net</em> wurden bisher genauer das Reisewörterbuch von PONS und der Sprachführer Japanisch von Langenscheidt vorgestellt.</p>
<p>Beide Bücher richten sich sowohl an Japanischlerner als auch an diejenigen, die überhaupt kein Japanisch können. Das Prinzip: Satzteile, Phrasen, vollständige Sätze und einzelne Wörter sind thematisch nach Situationen wie Einkaufen, im Hotel oder bei der Post geordnet. Wer die Sätze nicht aussprechen kann, kann es sich sogar einfach machen, indem er dem Gesprächspartner einfach den Satz im Buch zeigt.</p>
<div class="line"></div>
<div class="eintrag_mini">
<img src="/wp-content/uploads/2011/02/reisebuchpons_mini.jpg" class="minibild"></p>
<div class="zusatzinfos"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3125181461/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=kimoonlimaga-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3125181461"><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2011/05/amabutton.png" alt="Kaufen bei Amazon"></a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kimoonlimaga-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3935890885" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /><br />
288 Seiten &#8211; 14,99 &euro;</div>
<p><a href="/pons-japanisch-reisewoerterbuch/">Reisewörterbuch Japanisch</a><br />PONS
</p>
</div>
<div class="eintrag_mini">
<img src="/wp-content/uploads/2011/02/reisebuch_mini.jpg" class="minibild"></p>
<div class="zusatzinfos"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3468221924/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=kimoonlimaga-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3468221924"><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2011/05/amabutton.png" alt="Kaufen bei Amazon"></a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kimoonlimaga-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3935890885" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /><br />
256 Seiten &#8211; 12,95 &euro;</div>
<p><a href="/langenscheidt-sprachfuehrer-japanisch/">Langenscheidt Sprachführer Japanisch</a><br />Martina Ebi
</p>
</div>
<div class="line"></div>
<p></p>
<p>Mit diesen Sprachführern kommt man in einfachen Situationen ziemlich weit. Wenn es nur darum geht, Bestellungen aufzugeben, Briefmarken zu kaufen oder eine Reservierung für ein Hotelzimmer vorzunehmen, wird man mit dem Sprachführer, ein wenig Memik und Gestik sowie Händen und Füßen gut weiterkommen. </p>
<p>Allerdings wird es dann schwer, wenn man wirklich ins Gespräch kommen möchte. Möchtet ihr beispielsweise abends Flirten und eurem Gesprächspartner mit „Wofür interessieren Sie sich denn so?“ Interesse zeigen, wird euch dieser Satz wenig nutzen, denn die komplexe Antwort eures Gesprächspartners werdet ihr wohl kaum verstehen.</p>
<p>Sprachführer sind also hilfreich, um eine grundlegende Orientierung zu ermöglichen – denn in Japan kann nicht unbedingt jeder Japaner, selbst amFlughafen nicht, Englisch sprechen. Sie sind aber kein Ersatz dafür, sich Japanisch systematisch anzueignen. Die entscheidende Fähigkeit, Sätze grammatikalisch richtig und frei aus einzelnen Wörtern zusammenzusetzen, fehlt.</p>
<p>Japanliteratur.net empfiehlt für Anfänger das Reisewörterbuch Japanisch von Langenscheidt: Es ist übersichtlich aufgebaut und enthält alle Sätze in japanischer Schrift, sodass man das Buch auch gut zum Zeigen verwenden kann. Die Informationen im PONS dagegen sind etwas umfangreicher, aber auch weniger übersichtlich aufbereitet. Viele komplexe Sätze, die das Buch vorschlägt, wird man als Anfänger wohl kaum benutzen &#8211; zumal man mit der Reaktion des Gegenübers auf einen komplizierteren Satz ja auch gar nicht richtig umgehen könnte.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/mn/search/?_encoding=UTF8&#038;site-redirect=de&#038;x=0&#038;tag=kimoonlimaga-21&#038;linkCode=ur2&#038;y=0&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;field-keywords=sprachf%C3%BChrer%20japanisch&#038;url=search-alias%3Dstripbooks"><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/04/sprachfuehrer.jpg" alt="Noch mehr Sprachfuehrer bei Amazon"></a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kimoonlimaga-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3935890885" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Japanliteratur.net auf Facebook</title>
		<link>http://japanliteratur.net/japanliteratur-net-auf-facebook/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2012 07:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Japanliteratur.net]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt einige Gründe gegen Facebook, es gibt aber auch viele dafür. Für japanliteratur.net habe ich mich nun entschlossen, eine eigene <a href="http://www.facebook.com/pages/Japanische-Literatur/403617532984700">Seite</a> bei Facebook einzurichten. Was bietet Euch diese Seite nun?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://japanliteratur.net/wp-content/uploads/2012/03/facebook01.jpg" alt="Screenshot"></p>
<p>Im Gegensatz zur Webseite poste ich bei Facebook immer mal wieder einzelne Fotos von Büchern, japanischen Büchern und von sonstigen Gegebenheiten aus Japan. Außerdem findet Ihr dort immer kleine Meldungen, zum Beispiel zu gerade erschienenen Büchern. Die volle Rezension findet Ihr also weiterhin hier, kleine Vorschauen und Erscheinungstermine dafür auf Facebook!</p>
<p><a href="http://www.facebook.com/pages/Japanische-Literatur/403617532984700">Zur Facebook-Seite</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://japanliteratur.net/japanliteratur-net-auf-facebook/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Erfrorene Traeume</title>
		<link>http://japanliteratur.net/erfrorene-traeume/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 08:59:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Hokkaidô]]></category>
		<category><![CDATA[japanische Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Poroshiri]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Bergen sind die Wanderer ganz auf sich allein gestellt und geraten oft an ihre Grenzen. So auch eine Gruppe junger Studenten, die in den winterlichen Schneemassen einer Lawine zum Opfer fällt. Dieser Roman schildert das Unglück und die Gedanken des letzten Überlebenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sprachlich verläuft der Einstieg zunächst recht holprig. Vielleicht ist es das ungewöhnliche Thema, sicher tragen aber auch einige umständliche Formulierungen dazu bei, dass der Lesefluss immer wieder ins Stocken gerät:</p>
<div class="quote">
Ohne dass die Spitzen der Eiskristalle Schaden nahmen, saß der Schnee weich auf seinen Augenbrauen. (9)
</div>
<div class="quote">
Von hinten betrachtet sah diese grätschbeinige Art zu gehen komisch aus. (10)
</div>
<p>Mit der Zeit nehmen diese Ausdrücke aber ab und der Text liest sich rund und flüssig. So gibt es auch wunderschön bildliche Beschreibungen der wilden Schneelandschaft:</p>
<div class="quote">Der fallende Schnee wurde rasch dichter, und es schien, als ob Himmel und Erde durch Baumstämme verbunden wären. (27)</div>
<p>Jeder einzelne Student der Wandergruppe hat seine ganz eigenen Träume und Vorstellungen von der Zukunft. So auch der Noboru, der nicht nur die Wandergruppe als Führer anleitet, sondern sich auch noch in Yûko verliebt hat. Im dichten Schneegestöber und unter den extremen Bedingungen der Berge kommen die beiden sich näher, doch ehe Noboru Yûko seine Liebe gestehen kann, überrascht sie nachts eine Lawine.</p>
<p>Für Noboru beginnt nun ein existenzieller Kampf in den harten Schneemassen. Durch ein Luftloch überlebt er die Lawine, schafft es sich Werkzeug zu besorgen und versucht, sich durch die Lawine hindurchzugraben und festzustellen, ob er der einzige Überlebende ist.</p>
<p>Auch Noborus Zustand im kalten Eis verschlechtert sich aber immer mehr. Er wechselt immer wieder zwischen der grausamen Wirklichkeit und Träumen von seiner Zukunft, die er so intensiv erlebt, als wären sie Wirklichkeit. Noborus grausame Erlebnisse unter den Schneemassen sind zugleich auch eine Suche nach sich, dem Lebenssinn und seinen eigenen Lebenszielen. Aber auch wenn Noboru für sich mit der Welt Frieden schließen kann, beim Lesen lässt dieser Roman Angst und Beklemmung zurück.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Des Grases Blumen</title>
		<link>http://japanliteratur.net/des-grases-blumen/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 11:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliebe]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sanatorium]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstmord]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie einsam kann ein Mensch sein, dass ihm der Tod nichts mehr ausmacht? Der Erzähler lernt in einem Sanatorium für Lungenkranke Shiomi kennen. Als einziger im Zimmer bleibt Shiomi in sich gekehrt und scheint auch keine Angst vor dem Tod zu haben. Als Shiomi bei einer Operation stirbt, hinterlässt er dem Erzähler seine Notizhefte, in denen er aus seinem Leben erzählt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein ungewöhnlicher und indirekter Zugang zu Shiomi: Erst nach einer Einleitung durch den Erzähler, der Shiomi aus der Außenperspektive schildert, kommt er durch seine Aufzeichnungen selbst zu Wort. Es sind zwei Notizhefte, die Shiomi hinterlässt und die zwei besondere Zeitpunkte in seinem Leben nacherzählen.</p>
<p>Zum ersten Zeitpunkt ist er 18 Jahre alt und verliebt sich in einen guten Freund. Im zweiten Buch ist er schon 24 Jahre alt, sein Einzug in den Zweiten Weltkrieg steht kurz bevor. Diesmal liebt Shiomi die Schwester jenes Freundes.</p>
<p>Da Shiomis Aufzeichnungen auf die zwei Notizhefte beschränkt sind, bleiben viele Fragen unbeantwortet. Warum ließ Shiomi sich kurz vor seinem Tod taufen? Hat er den Arzt zur Operation gedrängt, weil er sterben wollte? Und ist Shiomi nicht zu einem Großteil auch selbst Schuld an seiner Einsamkeit?</p>
<p>Fukunaga zeichnet ein düsteres, melancholisches Bild. Der Roman ist geprägt von einer großen Leere und Einsamkeit. Auch wenn Shiomi sich verzehrt nach Liebe, auch wenn er über Religion diskutiert, er findet letztlich keinen Halt, sondern zieht sich in sich selbst zurück. Shiomis Geschichte ist keineswegs die eines unbedarften Jungen, der desillusioniert wird, sondern eines von Anfang bis Ende einsamen Menschen, der zu früh dem Tod begegnet.</p>
<p>Und trotzdem ist der Roman nicht todtraurig, verfällt auch der Erzähler nicht in Endzeitstimmung. Es fehlt dem Roman an bedrückender Schwere, wie sie etwa Krankengeschichten wie <a href="/urlaub-fuer-die-ewigkeit/">Urlaub für die Ewigkeit</a> oder <a href="/fremde-familie/">Fremde Familie</a> oft mit sich bringen. Denn letztlich begegnet Shiomi der Welt mit einer Stärke, bleibt auch der Erzähler pragmatisch. Der Tod ist eben allgegenwärtig im Sanatorium.</p>
]]></content:encoded>
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	</channel>
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